Judenstern, Zwangsarbeit - Heimatfront
An der Heimatfront übten die Nazis eine deutliche Zurückhaltung bei der Forderung von Kriegsopfern und Arbeitseinsatz für die Rüstungsindustrie bei ihren eigenen Volksgenossen. Sie erhöhten sogar die wöchentliche Fleischration von 300 auf 350 Gramm.



Bis zur Rede Goebbels im Berliner Sportpalast am 18.2.1943 werden Blut, Schweiß und Tränen im "Reich" nicht erwähnt, denn Hitler glaubte fest daran, dass Deutschland 1918 infolge des Zusammenbruchs der Heimatfront besiegt worden ist. Die allgemeine Moral soll unbedingt hochgehalten werden.

Man greift daher auch auf Fremdarbeiter und Fremdarbeiterinnen zurück. Sieben Millionen solcher Arbeiter sind nach Deutschland gebracht worden. Ein Viertel der Beschäftigten in der Rüstungsindustrie und etwa die Hälfte in der Landwirtschaft sind Zwangsarbeiter. Seit 1941 sind auch Kriegsgefangene in Talheim im Einsatz. Sie arbeiten in den Steinbrüchen.

Der Gemeinde wurden für den Ernteeinsatz 9 russische Zwangsarbeiter, darunter ein 15 jähriger Junge zugewiesen. Über die Kriegsgefangenen-Stammlager (Stalag) wurden Kriegsgefangene an Gemeinden, Ortsbauernschaften und Unternehmer verliehen. Für die Unterbringung und Verpflegung mussten Gemeinden und Unternehmen selbst aufkommen. Der von der Wehrmacht festgelegte Verdienst der Gefangenen betrug 70 Reichsmark je Arbeitstag, in der Landwirtschaft in den Wintermonaten 54 Reichsmark.

Die Bewachung der Arbeitskommandos war Aufgabe der Wehrmacht. Der Einsatz von Kriegsgefangenen reichte bald nicht mehr aus, um den Arbeitsbedarf in der deutschen Rüstungsindustrie und Landwirtschaft zu decken. Schon in Frühjahr 1940 übten die deutschen Behörden in den besetzten Gebieten Druck aus, weil sich nur wenige Freiwillige zur Arbeit nach Deutschland meldeten.

Man lockte sie auch oft mit falschen Versprechungen nach Deutschland. Der deutschen Bevölkerung wurde es außerdem strengstens verboten, mit Kriegsgefangenen in Kontakt zu treten oder ihnen etwas zuzustecken. Besonders wichtig war es den Nationalsozialisten, erotische und sexuelle Beziehungen zwischen Kriegsgefangenen bzw. Zwangsarbeiterinnen und Deutschen zu unterbinden. Polen und Ostarbeiter wurden dafür mit dem Tod bestraft.

Geheime Staatspolizei (Gestapo) und Sicherheitsdienst (SD) der SS überwachten ständig Kriegsgefangene, Fremdarbeiterinnen und "Volksgenossen", um die Einhaltung der Bestimmungen zu erzwingen. Zahlreiche Berichte des "SD" beklagen, dass vor allem in der Landwirtschaft die Distanz fehlt.

In Talheim arbeiteten hauptsächlich russische, polnische und französische Kriegsgefangene bzw. Zwangsarbeiter.

Seit dem 23. April 1940 wurden Kriegsgefangene auch in der ehemaligen Synagoge untergebracht. Sie mussten in den Steinbrüchen Talheims arbeiten, die zum Teil im Besitz von Kreisleiter Drauz waren. Auch in das Haus Hauptstraße 9 (damals Adolf-Hitler-Straße) kamen auf Befehl der SS-Oberführung eine slowenische, eindeutschungsfähige Familie und weitere Fremdarbeiterfamilien, die in Lauffen in der Baumschule arbeiten mussten.

Am 27. Juli 1944 gibt der Talheimer Bürgermeister im Gemeinderat bekannt, dass weitere ausländische Arbeitskräfte angekommen sind: "Eine armenische Familie mit einem 9 Monate alten Kind und zwei weiteren Arbeitern". Die Zuteilung der Männer erfolgt an die Talheimer Landwirte. Die Mutter kann noch nicht eingesetzt werden, weil das Kind krank ist. "Sobald die Gesundheit des Kindes wieder hergestellt ist, wird die Frau ebenfalls bei einem hiesigen Landwirt eingesetzt", hieß es aus dem Rathaus.

Ab September 1941 mussten alle Juden vom 6. Lebensjahr an den "gelben Stern" tragen, die Familien elektrische Geräte anmelden, Rundfunkgeräte abliefern und später auch Schreibmaschinen, Fahrräder und Fotoapparate entschädigungslos abgeben.



Sie durften auch keine Zeitung lesen, alle Lebensmittelkarten wurden eingezogen. Es war unter Strafe verboten, Juden in jeder Art und Weise zu helfen. In der Talheimer Gemeinde wurde trotzdem heimlich geholfen. Eier und Brot wurden unter dem Hofzaun durchgeschoben oder jüdische Mitbürger schlichen nachts im Schutze der Dunkelheit zu ihren Nachbarn, wo sie zu essen bekamen.

Klara Lang und anderere Talheimerinnen machten sich nachts auf um bei der „Schuhfriedel“ einzukaufen, im letzten noch judischen Geschäft. Hier hatte man schon immer gekauft und wollte es auch weiterhin tun. Am Tag beobachtete der Postbote mit Argusaugen alle im Dorf und denunzierte jeden, der zur „Schuhfriedel“ ging.

Die "Endlösungsmaschinerie" der Nazis lief schon längere Zeit auf Hochtouren. Die Vernichtung, deren Prinzipien erst im Januar 1942 auf der sogenannten "Wannsee-Konferenz" festgelegt wurden, betrieben SS- und Polizeiangehörige, von Teilen der Wehrmacht unterstützt, als "Geheime Kommandosache" weit weg von Deutschland in den Vernichtungslagern des Ostens. Doch die Vorbereitungen erfolgten im "Reich" - auch in Heilbronn und Stuttgart, wo Finanzbeamte, Polizisten, Schreibkräfte der Bürgermeisterämter sowie Bedienstete der Reichsbahn und Transportunternehmen eine reibungslose Absicherung der Deportationen ermöglichten.

Am Dienstag dem 20.Januar 1942 fand im Geäude der deutschen Dienststelle der Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission (Interpol) am Großen Wannsee Nr. 56/58 in Berlin die erwähnte "Wannsee-Konferenz" statt.



Unter dem Vorsitz des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD, SS-Obergruppenführer und General der Polizei, stellvertretenden Reichsprotektors von Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich, treffen sich die Staatssekretäre des Reichsinnen- und Reichsjustizminiteriums, Dr. Wihelm Stuckart und Dr. Roland Freisler, Martin Luther vom Auswärtigen Amt und Gauleiter Alfred Meyer vom Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete sowie Reichsamtsleiter Dr. Georg Leibbrandt. Des weiteren finden sich ein: der Beauftragte für den Vierjahresplan, Erich Neumann, von der Reichskanzlei Friedrich Wilhelm Kritzinger, von der NSDAP Dr. Gerhard Klopfer, von der SS und Gestapo Heinrich Müller, vom Generalgouvernement Dr. Bühler sowie als Protokollführer SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Auf Befehl Hitlers und Anweisung Görings vom 31. Juli 1941 werden alle Maßnahmen zur "Endlösung der europäischen Judenfrage" im besetzten Europa vereinbart.

Damit soll die "Säuberung" von West nach Ost mittels Deportation der Juden in die besetzten Ostgebiete zum "Arbeitseinsatz" und vor allem zur "entsprechenden Behandlung", das heisst zur Ermordung in Vernichtungslagern, stattfinden. Auf der Konferenz werden auch die Behandlung von Juden über 65 Jahren, "Vorzugsjuden", "Mischlingen" im Sinne der Nürnberger Gesetze (freiwillige Sterilisation oder Zwangsdeportation bei "Mischlingen" 1. Grades) sowie Zwangsscheidungen bei "Mischehen" und Zurückstellung von jüdischen Rüstungsarbeitern von der Deportation festgelegt.



Die Wannsee-Konferrenz leitet den größten Völkermord der Geschichte ein. Mit der bürokratischen Gesamtplanung der "Endlösung der europäischen Judenfrage" wird Adolf Eichmann beauftragt.

Für die letzten noch 31 Talheimer Juden gab es jetzt auch kein Entrinnen mehr. Mitglieder der Familien Hirschfeld, Levi, Löwenthal, Manasse und Wollenberger wurden abgeholt. Zuvor wurden sie auf dem Rathaus von der Polizei einer Leibesvisitation unterzogen, wobei Uhren und Schmuck abgenommen wurden.

Obwohl der Deportationsbefehl immer erst 24 Stunden vorher bekannt gemacht wurde, wußten die meisten schon längst von ihrem Abtransport. Sie verschenkten Wäsche und Spielsachen an Nachbarn. In der Kurzen Gasse 8 war ein junges jüdisches Mädchen aus Adelsheim versteckt und man hoffte das auch alte und Kranke verschont würden. Doch das war ein Irrtum, sie gingen alle den Leidensweg in den Tod. Die ersten Male wurden die Talheimer Juden mit der Kleinbahn, das letzte Mal mit einem Lastauto nach Heilbronn gebracht. Der begleitende Polizist aus Talheim berichtete, dass ihm Louis Manasse auf der Fahrt nach Stuttgart im "Feuerbacher Tunnel" noch Zigaretten zugeschoben habe. Jedesmal wenn ein Transport abgegangen war, begann die Versteigerung des Eigentums der Deportierten. Die besten Sachen suchten sich die Herren von der NS-Partei allerdings schon vorher aus. Viele Talheimer wußten, dass hier gestohlene Güter verkauft wurden und blieben den Versteigerungen fern.

Bei den ersten Transporten mit der Reichsbahn nach Stuttgart verabschiedete auf dem Hauptbahnhof von Heilbronn ein Rabbiner die Talheimer Juden. Beim letzten Transport war auch der Rabbiner nicht mehr da. Jeder zur Deportation bestimmte Jude musste für die erzwungene Reise ins Ungewisse noch 57,65 Reichsmark bezahlen.



Die Älteren kamen nach Theresienstadt und von da aus direkt nach Auschwitz. Isaak Manasse, aus der Schozacher Straße, konnte zum Erstaunen der Talheimer noch eine Karte schreiben. Es war das letzte Lebenszeichen eines Talheimer Juden überhaupt. Danach gab es keine Nachrichten mehr. Julius Hirschfeld, schon einmal vor der Deportation verhaftet, wurde 1940 im KZ-Buchenwald ermordet. Er sollte gegen das Gesetz "zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" verstoßen haben, in dem er freundschaftliche Beziehungen zu einer Nichtjüdin unterhielt.

Die anderen Talheimer Juden kamen in das Arbeitslager"Jungfernhof" nach Riga. Hier wurden die Frauen in baufälligen Scheunen und Viehställen untergebracht. Die Männer in einer riesengroßen Wellblechscheune 100 x 15 Meter. Die Temperaturen innerhalb der Scheunen betrugen im Winter Minus 30 bis 40 Grad Celsius.

In der großen Baracke waren 2000 bis 3000 Menschen zusammengepfercht. Ein besonderes Arbeitskommando war nur dazu da, um täglich die Erfrorenen aus den Baracken zu holen. Die Leichen wurden abseits der großen Scheune auf dem Hof "gestapelt". Der "Jungfernhof" war ein Arbeitslager. Wer nicht mehr zur Arbeit fähig war wurde "ausgesondert", dann erschossen.

Darunter alle Kinder des Transports. SS und Polizeiverbände erschossen sie am 26. März 1942 im Hochwald bei Riga. Das jüngste Opfer dieser Deportationen war ein zweijähriges Kind, der in Talheim am 19. März 1940 geborene Alfred "Moses" Manasse, 1942 deportiert nach unbekannt und für tot erklärt.

Die Talheimer Synagoge, nach dem Krieg eine baufällige Ruine, stürzte im März 1952 nach einem Unwetter ein. 1980 wurde an der alten Burgmauer eine Gedenktafel enthüllt. Schon 1949 verkaufte die Jewish Restitution Successer Organization (IRSO) in New York über einen Stuttgarter Notar das jüdische Schulhaus an den Talheimer Schlosser Joseph Pöhnl für 8.000 DM.

Pöhnls Sohn Eberhard, der heute das "Bahnhöfle" bewirtschaftet, wurde in der ehemaligen Judenschule geboren. Vom Bahnhof selbst ist nichts mehr geblieben, nur noch Erinnerung. Von hier aus wurden die letzten jüdischen Gemeindemitglieder auf die Reise ohne Wiederkehr geschickt.

Hitler hatte seine Generälen befohlen, bereit zu sein. Er sagte: "Den propagandistischen Anlaß besorge ich!" Und am 31. August 1939 standen deutsche Kampfflugzeuge in Reih und Glied unter dem Laub der Alleenbäume versteckt auf der deutschen Seite der polnischen Grenze. Dann hörte man bloß noch mit viel Entrüstung von einem polnischen Überfall auf den deutschen "Reichssender Gleiwitz".


SS-Mann Helmut Nauyocks erhielt von Heydrich persönlich den Befehl, einen Anschlag auf die Radiostation Gleiwitz in der Nähe der polnischen Grenze vorzutäuschen und es so erscheinen zu lassen, als wäre Polen die Angreifer gewesen. Heydrich zu Nauyocks: "Ein tatsächlicher Beweis für polnische Übergriffe ist für die Auslandspresse und die deutsche Propaganda nötig."

Abgeurteilte Zuchthausinsassen wurden mit Gift getötet, in polnische Uniformen gesteckt und durch hinzufügen von Schußwunden auf dem Schauplatz als Beweis des angeblich polnischen Überfalls zurückgelassen. Am Morgen des 1. September 1939 verkündet dann Hitler: "Seit 5.45 Uhr wird zurück geschossen".

Zu diesem Zeitpunkt dringen Verbände der Wehrmacht in Polen ein. Die polnischen Bündnispartner England und Frankreich erklärten dem Deutschen Reich am 3. September 1939 den Krieg, es folgen Australien, Marokko, Südwestafrika und Kanada.



Von den USA und anderen Staaten kommen noch Neutralitätserklärungen. Unbeirrt überrollt die Wehrmacht den "Gegner" von drei Seiten und zwingt Warschau am 27. September 1939 zur Kapitulation. Zehn Tage zuvor ist die "Rote Armee" in den Osten Polens eingedrungen.

Ende September teilen die "Sieger" ihre Beute auf. Hitler nimmt Danzig, Westpreußen und das Warthegau zum Reich. Stalin verleibt der Sowjetunion große Teile Ostpolens ein, für die Polen selbst wird mit Warschau und Krakau als Zentren das sogenannte Generalgouvernement unter deutscher Verwaltung geschaffen.

Der im Reich gefeierte "Blitzkrieg" gegen Polen ist durch die Westmächte kaum eingeschränkt worden. Nur auf Wilhelmshaven und Cuxhaven fallen die ersten englischen Fliegerbomben. In diesen ersten Kriegstagen sterben auch 16 Talheimer den sogenannten Heldentod.

Ein Talheimer Soldat wird vom Bürgermeister als vermisst gemeldet. Die polnischen Verluste: 123.000 Gefallene und 133.700 Verwundete. 694.000 Polen sind in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten. Weitere 217 polnische Kriegsgefangene werden von der Sowjetunion gemeldet. Verluste der Wehrmacht: 10.572 Tote, 30.322 Verwundete und 3.404 Vermisste.

Die Schlacht im Atlantik beginnt, der U-Bootkrieg eskaliert, der Luftkrieg fängt an. Ein kleines Volk in Skandinavien setzt sich erfolgreich gegen eine Übermacht zur Wehr. Zur Sicherung der Erzversorgung beginnt Hitler in Narvik eine Operation gegen alle Regeln der Kriegskunst (1940).



Schließlich verändert das Pfingstwochenende das Gesicht Europas. Am Sonnabend dem 22. Juni 1940 um 18.50 Uhr unterzeichnen im Wald von Compiegne Generaloberst Wilhelm Keitel für das Deutsche Reich und General Huntzinger für die französische Republik den deutsch-französischen Waffenstillstand. Mussolini tritt in den Krieg ein.

Die Schlacht um England beginnt. Deutschland, Italien und Japan unterzeichnen den unheilvollen Dreimächtepakt. Stalin wird misstrauisch. Unternehmen Barbarossa wird vorbereitet. Mussolinis Traum vom italienische Imperium geht zu Ende.

Südosteuropa steht in Flammen (1941). Bomben auf Belgrad! Der geplante Massenmord im Auftrag des deutschen Staates beginnt am 18. Februar 1941 in Auschwitz. Adolf Hitler gibt den Befehl zum Überfall auf die Sowjetunion:

Der Feldzug beginnt am Sonntag dem 22. Juni 1941 ohne vorherige Kriegserklärung. Mit dem japanischen Bombenangriff auf Pearl Harbor beginnen am Sonntag, den 7.12.1941 die ersten Stunden des neuen Weltkrieges.

Die Katastrophe von Stalingrad bahnt sich an. 1.000 Bomber über Köln. In der Nacht von 30./31. Mai 1942 erreicht der Luftkrieg gegen Deutschland den ersten Höhepunkt. 1942 wird in Talheim angeordnet: "Bei jedem Fliegeralarm in der Gemeinde hat die freiwillige Feuerwehr mit 8 Mann auszurücken und während des Alarms vor dem Gerätemagazin wachbereit zu sein". Als Belohnung bekam jeder Feuerwehrmann im Anschluß in der Wirtschaft "Zum Adler" ein Viertel Wein.

Stalingrad kapituliert am Dienstag, dem 2. Februar 1943, morgens um 8.40 Uhr. Die alliierte Großoffensive im Pazifik beginnt. Mussolini wird gestürzt. Der Krieg in Nordafrika ist verloren.

Die Rote Armee steht an Deutschlands Ostgrenze. Hitler setzt Fernraketen V2 gegen London und Amsterdam ein. Die Operation "Overlord" (Invasion) beginnt.

Am 10. September 1944 griffen Bomber zum ersten Mal Heilbronn bei Tag an. Starker Wind trug Rauchwolken und verkohlte Papierreste bis nach Talheim.

Am 4. Dezember 1944 wurde Heilbronn total zerstört. Von Talheim aus sah man den Gluthimmel über der "Kätchenstadt" am Neckar. Als nachts die ersten Flüchtlinge, noch rußgeschwärzt in nasse Leintücher gehüllt in Talheim Schutz suchten, ahnte man das Ende.

Am nächsten Morgen kam eine achtköpfige Familie, die nachts aus dem Keller unter einem brennenden Heilbronner Wohnhaus geborgen wurde. Die Talheimer rückten zusammen um Obdach zu gewähren.

Berlin fällt am 30. April 1945. "... Der verkohlte Leichnam Hitlers, vom Gesicht war nichts mehr vorhanden, von dem zerschmetterten Kopf nur noch ein grauenhafter verkohlter Rest – wurde auf eine Zeltplane geschoben, unter starkem sowjetischen Artilleriefeuer in dem großen Gräberfeld um die Reichskanzlei in einem Granattrichter vor dem Führerbunker hinabgelassen, Erde darauf gedeckt und mit einem Holzstampfer festgestampft," so berichtete Hitlers persönlicher Adjudant Otto Günsche nach dem Krieg über das Geschehen.

Der Krieg ging weiter; Hitler war schon neun Stunden tot, als ihm Großadmiral Dönitz, von Hitler als sein Nachfolger bestimmt, am 1. Mai 1945 um 1.22 Uhr persönlich in einer Ergebenheitsadresse noch seine unabdingbare Treue versicherte.

Damit wird der Aberwitz vom Untergang des "Tausendjährigen Reichs" mehr als deutlich und lässt ahnen, unter welchen Wirrungen die Menschen damals zu leben hatten. Der Krieg endet am 8. Mai 1945. Die Kapitulation tritt um 0.00 Uhr in Kraft.