Die NS-Zeit gehört zu den Epochen der deutschen Geschichte, deren Nachwirkungen lange zu spüren sind. Der Totalitätsanspruch der NSDAP machte vor nichts und niemand Halt. Deshalb ist es notwendig und lohnend, die Geschichte des Nationalsozialismus auch auf lokaler Ebene zu betrachten und am vertrauten Beispiel zu erkennen, wie dieses Unrechtsregime funktionierte und welch verheerende Folgen eine Politik hatte, die auf einer menschenverachtenden, rassistischen Weltanschauung beruhte.
Wie viele anderen deutschen Städte bezahlte auch Heilbronn für die Machtgelüste Adolf Hitlers und seiner Mitstreiter einen hohen Preis: Die Stadt wurde von den Bomben der alliierten Kriegsgegner in Schutt und Asche gelegt; rund 7000 Männer, Frauen und Kinder verloren dabei ihr Leben. Über 3000 aus Heilbronn stammende Soldaten kehrten aus dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder zurück. 234 jüdische Heilbronner und eine bisher nicht zu rekonstruierende Anzahl hier ansässiger Menschen wurden aus politischen, rassistischen oder weltanschaulichen Gründen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern ermordet.
Die Initiative "Mahnung gegen Rechts" macht sich die Möglichkeiten des Internets zu Nutze, um vor allem auch jungen Menschen vielfältige Informationen an die Hand zu geben, sich mit der NS-Geschichte ihres Heimatortes auseinander zu setzen. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur politisch-historischen Bildung, die für die friedliche Gestaltung unserer Zukunft unabdingbar ist.
Helmut Himmelsbach
Oberbürgermeister Heilbronn