Thema sind die fünf Filderdörfer Bernhausen, Bonlanden, Harthausen, Plattenhardt und Sielmingen, etwa 15 bis 20 km südlich von Stuttgart gelegen. Der größte Ort Bernhaus zählte 1925 2272 Einwohner, die Einwohnerzahlen von Bonlanden, Plattenhardt und Sielmingen lagen zwischen 1700 und etwas über 1800 Einwohnern, Harthausen zählte 600 Einwohner. Im Jahr 1975 wurden diese fünf Dörfer zu einer gemeinsamen Stadt mit Namen "Filderstadt" zusammengeschlossen.
Bis um 1900 blieben die südlichen Filder von der Industrialisierung nur wenig berührt, während im nahe gelegenen Stuttgart und Esslingen zahlreiche Industriegebiete entstanden, blieben diese Dörfer weitgehend von der Landwirtschaft und vom örtlichen Handwerk geprägt.
Dies änderte sich mit der Fertigstellung der Filderbahn 1897, so dass eine Verkehrsverbindung mit Stuttgart vorhanden war. Innerhalb weniger Jahre nutzte ein wachsender Teil der Bevölkerung die Möglichkeit, in Stuttgart einer Lohnarbeit, hauptsächlich als Bauhandwerker, nachzugehen.
Aufgrund der unterschiedlichen Markungsgröße und Bodenqualität entwickelten sich in den Orten sehr unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Strukturen. In Bernhausen und Sielmingen, mitten in der fruchtbaren Filderebene gelegen, dominierte bis in die 1930er Jahre der landwirtschaftliche Charakter. Demgegenüber entwickelten sich die an den Randlagen des Schönbuchs liegenden Orte Bonlanden, Harthausen und Plattenhardt seit den 20er Jahren immer mehr zu Arbeiterwohngemeinden.
Die Weimarer Republik
"Spaltung" der Dorfgesellschaft
Es heute kaum vorstellbar, wie stark die Dorfbevölkerung in verschiedene Lager gespalten war. Schon 1924 klagte Bonlandens Pfarrer Hecklinger über die Zustände in seinem Dorf mit den Worten: "Der Riss durchs deutsche Volk spaltet auch unsere Gemeinde in zwei Teile, die sich gegenseitig bekämpfen und nimmer verstehen." Gemeint waren hier die Gegensätze zwischen den Bauern und den Arbeitern, die sich durch die gesamte Zeit der Weimarer Republik zogen.
Eine der Ursachen lag in den Gegensätzen zwischen Bauern als den Produzenten der Nahrungsmitteln und Konsumenten (in der Regel die Arbeiter), die vor allem während des Ersten Weltkriegs und der Inflationszeit hervorbrachen.
In den Jahren 1914 bis 1923 hatte ein ständiger Mangel an Lebensmitteln geherrscht. Hatte Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg etwa ein Viertel der Lebensmittel importiert, so musste dieser Anteil kriegsbedingt selbst hergestellt werden. Da dies nicht gelang, wurden die Lebensmittel immer knapper, so dass Bezugsscheine ausgegeben werden mussten. Die Filder wurden zum Ziel zahlreicher Hamsterfahrten der Stadtbewohner. Viele Landwirte profitierten von dieser Situation. Die Konsumenten, und das waren vielfach die Arbeiterfamilien hatten das Nachsehen. Auch nach Kriegsende setzte sich diese Situation während der immer mehr galoppierenden Inflation fort. Gewiss hatten in den Filderdörfern noch viele Arbeiter einige Äcker zur Selbstversorgung. Dennoch war hier der Grundstock für den herrschenden Konflikt zwischen Bauern und Arbeitern gelegt, der sich durch die gesamten 20er Jahre zog.
Nach dem Ende der Inflation von 1923 kehrten sich die Verhältnisse um. Die Preise für Nahrungsmittel sanken. Während die Konsumenten in den Genuss preisgünstiger Lebensmittel kamen, hatten die Landwirte unter dem ständigen Preisverfall der Erzeugerpreise zu leiden. Gerade die Jahre 1924-29 waren für die Bauern ganz und gar nicht die "goldenen Zwanziger".
Vor allem in Bernhausen, Bonlanden und Plattenhardt waren die 20er Jahre durch ein erbittertes Ringen zwischen den konservativen Bauern und den Arbeitern gekennzeichnet.
Die politische Situation
Stellvertretend für die bäuerlich geprägten Gemeinden die politische Entwicklung in Bernhausen skizziert.
Fallbeispiel Bernhausen
Im bäuerlich dominierten Bernhausen behauptete die bäuerlich-konservative Mehrheit während der gesamten Weimarer Republik ihre Machstellung. So wurde 1919 der neu entstandene Arbeiterrat - obwohl rechtswidrig - kurzerhand von den Gemeinderatssitzungen ausgeschlossen.
Postkarte von Bernhausen um 1930
Während der gesamten Weimarer Republik behielten die Bauern über drei Viertel der Gemeinderatssitze, auch wenn das längst nicht mehr der beruflichen Zusammensetzung des Ortes entsprach. Eine sehr wichtige Rolle im Dorf spielten in Bernhausen die altpietistische und Hahn'sche Gemeinschaft, welche jeweils etwa 300 Mitglieder umfassten und politisch konservativ ausgerichtet waren. Demgegenüber gab es nur eine relativ kleine innerörtliche Opposition, bestehend aus Pendlern und Handwerkern.
Rückblickend beschrieb der langjährige Ortsarzt Dr. Hans Wacker die politische Lage wie folgt: "In meinem Praxisbereich standen die begüterten Bauern meist rechts oder im Lager christlicher Parteien der Mitte; Kleinbauern und Gewerbetreibende wählten vorwiegend die bürgerliche demokratische Volkspartei, die Arbeiter mit Haus- und Grundbesitz die SPD, und die Habenichtse unter ihnen die KPD, die in den ärmeren Gemeinden schon recht stark angewachsen war."
Allerdings spielten sie auf der kommunalpolitischen Ebene nur eine untergeordnete Rolle. Zu einem Feld der Auseinandersetzung entwickelte sich der Sport. Der Sportverein Bernhausen war zwar kein eigentlicher Arbeitersportverein, er bestand aber zu einem erheblichen Teil aus Arbeitern und bot ein nicht-kirchliches Freizeitangebot. Auf Druck des Pfarrers musste der Verein im Februar 1927 eine Faschingslustbarkeit absagen. Der nächste Streitpunkt mit den kirchlichen Autoritäten war die Sonntagsheiligung, da die Fußballspiele meist während des Gottesdienstes am Sonntag Vormittag stattfanden. An einem Sonntag Vormittag im April 1927 ließ Bürgermeister Keppler ein Fußballspiel unter Polizei-Einsatz verbieten. Dies wurde ihm unter den Sportlern so verübelt, dass er bei 1929 bei der Schultheißenwahl nicht wieder gewählt wurde.
Trotz der kommunalpolitisch geringen Bedeutung der Arbeiterparteien herrschte in bäuerlich-kirchlichen Kreisen eine erhebliche Angst vor der "roten Gefahr". Dies lag unter anderem auch an der Kirchenfeindschaft der Arbeiter.
Ein Höhepunkt in der Auseinandersetzung bildete der Überfall auf ein Arbeitersportfest in Bernhausen mit zahlreichen auswärtigen Gästen im Juli 1932. Die Arbeitersportler provozierten die Kirchenbesucher während des Gottesdienstes, indem sie mit ihren Motorrädern direkt an der Kirche vorbeifuhren. Dies verstärkte die Stimmung gegen KPD und SPD in kirchlichen Kreisen. Als am Nachmittag das Sportfest durch einen SA-Trupp überfallen wurde und es zu schweren Ausschreitungen und zahlreichen Verletzten kam, rief dies in bäuerlich-kirchlichen Kreisen wenig Empörung hervor, konnten doch die Nationalsozialisten für sich in Anspruch nehmen, aktiv der angeblichen "roten Gefahr" entgegenzutreten. Vielfach wurde dann auch nicht mehr zwischen KPD und SPD unterschieden. Tatsächlich dürfte dies auch einer der Gründe sein, dass die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 auch von den Gemeinschaften und den ihnen nahe stehenden Bernhäuser Pfarrer Christian Wagner überwiegend positiv aufgenommen wurde.
Beispiel Bonlanden
Als Beispiel für ein Arbeiterdorf sei Bonlanden näher dargestellt. Im Unterschied zu Bernhausen hatten sich in Bonlanden aufgrund des hohen Pendleranteils die Arbeiterparteien bereits so etabliert, dass sie während der gesamten Weimarer Republik zu einem dominierenden Faktor in der Kommunalpolitik wurden.
Ab 1925 hatten die Arbeiterparteien eine Mehrheit von 7 : 5 im Gemeinderat, bei der nächsten Wahl 1931 entstand ein Patt zwischen den bürgerlichen und Arbeiterparteien. Ein zeitgenössischer Chronist notierte: "Der Bürgermeister hat dann die wenig angenehme Aufgabe, durch Stichentscheid einer Partei zu helfen und die andere Partei möglicherweise zu ärgern," so die zeitgenössische Einschätzung des Lehrers Brändle in der Ortschronik.
Postkarte von Bonlanden aus den 20er Jahren
Brändle stellte das Ausmaß der Polarisierung wie folgt dar: "Die Parteiengegensätze verschärften sich immer mehr ... Heimlich bereiteten sich beide Parteien des Ortes, Bauern und Arbeiter, darauf vor, im Falle eines Bürgerkrieges, von dem offen gesprochen wurde, gerüstet zu sein. Man hörte, dass die Städter, insbesondere die Stuttgarter, herauskommen werden und auf dem Land plündern werden."
Die hohe Gewaltbereitschaft zeigte sich in diesem Jahr an dem folgenden Vorfall: "Im September 1923 marschierte eine Stuttgarter [deutschnationale] Jugendgruppe durch den Ort mit schwarz-weiß-roter Fahne. Diese wurde am Ortsausgang ... von Kommunisten überfallen und z. T. schwer misshandelt...
Am 21. November fand die Untersuchung statt. Schon morgens um 6 Uhr war die Reichswehr hier und durchsuchte einige Häuser nach Waffen. Die Ausgänge waren besetzt, und auf dem Rathaus waren die Untersuchungsrichter. Vor dem Rathaus standen die Autos, welche die Reichswehr hierher gebracht hatte. Die Schulkinder waren in heller Aufregung und erzählten unglaubliche Geschichten."
Vor allem bei der Einweihung des 1923 fertig gestellten Kriegerdenkmals zeigten sich die starken Gegensätze: Das kirchlich-bürgerliche Lage rund die Arbeiterparteien konnten sich nicht über die Gestaltung der feierlichen Einweihung, insbesondere der Auswahl der Lieder, einigen. Dahinter stand die völlig unterschiedliche Umgang mit den Toten des Ersten Weltkrieg und damit auch die Einschätzung des Krieges. Die bürgerliche Seite stellte die Heldenverehrung, die Arbeiter stellten die Forderung nach "Nie wieder Krieg" in den Mittelpunkt.
Das Kriegerdenkmal wurde wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen
Kirche und Arbeiterschaft erst drei Jahre nach Fertigstellung eingeweiht
Die Folge war, dass das Denkmal erst 1926, also nach drei (!) Jahren, eingeweiht wurde. Die Feier wurde durch Schultheiß, Bund der Kriegsbeschädigten sowie den der Arbeiterbewegung nahestehenden Sängerkranz und Musikverein gestaltet. Die bürgerlichen Kreise, insbesondere Kirche und Schule waren erbost und fehlten bei der Feierlichkeit.
Weltwirtschaftskrise 1929-1932
In den Jahren 1924- 1928 kam den Arbeitern das allgemeine konjunkturelle Hoch zugute. Davon profitierten auch die in den fünf Orten stark vertretenen Bauhandwerker. Allerdings waren diese dann besonders früh und sehr stark von der Weltwirtschaftskrise betroffen.
Die von Oberlehrer Brändle in Bonlanden geführte Ortschronik schildert die Verhältnisse wie folgt: "Die Bautätigkeit war gegen Herbst [1929] hin immer schwächer geworden. Die schlechte Arbeitslage und das Darniederliegen der Wirtschaft schufen ein großes Arbeitslosenheer. Auch in Bonlanden wurde die Arbeitslosenfrage immer schwieriger. Es ist traurig, wenn in einer Gemeinde etwa 200 Arbeitslose täglich zum Abstempeln aufs Rathaus müssen. Das ganze Wirtschaftsleben in der Gemeinde litt unter Geldmangel. Der strenge Winter 1929 verschlimmerte noch das Elend ... Die jüngere und ältere Jugend leidet unter der Arbeitslosigkeit, denn sie nichts zu tun. Viele Leute sind sehr erbittert, und die Partei- und Klassengegensätze sind auch in Bonlanden hart."
1929 erfolgte die Einrichtung eines Arbeitsamts in Bernhausen im ehem. Schulgebäude in der Aicher Straße als Außenstelle von Stuttgart. Zeitzeugen berichten, dass sich damals Menschenschlangen von Arbeitslosen bis zum Bahnhof gebildet hätten. In Plattenhardt waren laut einem Bericht des Bürgermeisters von 1932 von 600 Pendlern 300 (!) arbeitslos.
In Bernhausen schloss 1932 der einzige Industriebetrieb, die Trikotagenfabrik Kübler, was rund 200 Arbeitern den Job kostete. Im gleichen Jahr schloss auch die Plattenhardter Textilfabrik Müller & Schneider ihre Pforten.
In jeder Familie war mindestens eine Person von Arbeitslosigkeit oder Verdienstausfall durch Kurzarbeit betroffen. Die Arbeiterfamilien hatten große Schwierigkeiten, die Schulden zurückzuzahlen, die viele wenige Jahre vorher zum Bau oder Erwerb eines eigenen Hauses aufgenommen hatten, manche Häuser mussten wieder zwangsversteigert werden.
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
Wenig bekannt ist, dass bereits während der späten Weimarer Republik Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Die NS-Machthaber führten mit großem propagandistischen Aufwand solche Maßnahmen durch und gaben sie als "ihre Erfindung" aus.
Die Gemeinden erhielten für "Notstandsarbeiten" finanzielle Hilfen von der Reichsanstalt für Arbeit, dem Land und dem Reich. Hier sollten die Bodenverbesserung, der Bau von Sportplätzen oder die Anlage der Kanalisation durchgeführt werden. In Bernhausen wurde der Katzenbach verdolt, in Plattenhardt wurden Feld- und Waldwege angelegt und in Bonlanden wurde die Drainage der Bombachwiesen vorangetrieben. Ende 1932 entstanden offene und halboffene Lager des Freiwilligen Arbeitsdiensts (FAD). Eines dieser Lager baute den Sielminger Sportplatz (heute befindet sich hier der Verkehrsübungsplatz), in Plattenhardt machte der FAD Meliorationsarbeiten in den Reuttewiesen, außerdem wurde Ödland urbar gemacht und Waldwege zum Holztransport angelegt. Es wurde auch versucht, verstärkt Jugendliche in den FAD zu ziehen, um das Problem der Jugendarbeitslosigkeit zu mindern.
Die Wahlen am Ende der Weimarer Republik
Bei den Wahlen werden die unterschiedlichen sozialen Strukturen und politischen Milieus der beiden bäuerlichen geprägten und den Arbeiterdörfern besonders deutlich. Die Bernhäuser Bevölkerung wird in den Pfarrberichten von 1923, 1937 und selbst noch 1942 als konservativ-gemäßigt bzw. als "unpolitisch" (; S.18) angegeben. Gerhard Schäfer bezeichnet die Sielminger als "antikommunistisch, national und konservativ".
Demgegenüber hatte sich bereits zu Anfang des Jahrhunderts in Bonlanden, Harthausen und Plattenhardt die Arbeiterbewegung eine hohe Anhängerschaft, die sich in den Reichstagswahlen in Ergebnissen der beiden Arbeiterparteien SPD und KPD von bis zu 60% niederschlug.
Die Reichstagswahl von 1928 fand noch in einer Situation "relativer innerer und äußerer Ruhe" statt. Der Stimmenanteil der NSDAP war unbedeutend. In Bernhausen und Sielmingen hatte traditionell der Bauern- und Weingärtnerbund mit 51,6% und 60,3% deutlich die Mehrheit erlangt. In den drei Arbeitergemeinden machte der Anteil der beiden Arbeiterparteien KPD und SPD zwischen 50% (Harthausen) und 65% (Bonlanden) aus. In Harthausen überwog die SPD deutlich mit 41,9%, während sie in Bonlanden und Plattenhardt etwa gleich stark wie die KPD war.
Aus den Reichstagswahlen von 1930 ging in den drei Arbeiterdörfern vor allem die KPD gestärkt hervor, besonders hoch waren ihre Gewinne in Plattenhardt und Harthausen, während die Erfolge der NSDAP in allen fünf Gemeinden weit unter dem Reichsdurchschnitt lagen. Im bürgerlichen Lager musste vor allem der Bauern- und Weingärtnerbund große Verluste hinnehmen, der große Gewinner im bürgerlichen Lager war hingegen der Christlich-Soziale Volksdienst, eine konfessionell evangelische Partei, die in vier von fünf Gemeinden auf Anhieb zwischen 14,1% (Harthausen) und 28,5% (Sielmingen) erreichte.
Auch bei der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 blieb die Summe von KPD und SPD in den Arbeiterdörfern weiterhin konstant, hier erzielte die SPD: leichte Gewinne auf Kosten der KPD.
Im bürgerlichen Lager vollzogen sich hingegen dramatische Veränderungen: Der Bauern- und Weingärtnerbund verlor weiterhin, vor allem der zwei Jahre zuvor so erfolgreiche Christl.- soziale Volksdienst verlor mehr als die Hälfte seiner Stimmen. Die Wähler liefen in Scharen zur NSDAP über. Sie erzielte in Sielmingen bereits 33,8% und in Bernhausen 23,7%. Überraschend sind jedoch ihre Erfolge im Arbeiterdorf Plattenhardt mit 27,3%. Hierbei fällt auf, dass mit Sielmingen gerade die Gemeinde mit der geringsten Arbeitslosigkeit und einem starken bäuerlichen und handwerklichen Mittelstand die NSDAP in hohem Maße gewählt wurde.
Die Reichstagswahl vom November 1932 stellte die letzte Reichstagswahl unter demokratischen Verhältnissen dar. Der landesweite Rückgang der NSDAP machte sich hier nur in Sielmingen bemerkbar, in Plattenhardt legten die Nazis hingegen noch zu. Die KPD legte in fast allen Stadtteilen um mehrere Prozentpunkte zu.
Der Wahlvorgang der Reichstagswahl vom 5. März 1933 war zwar korrekt, doch hatte die NSDAP seit dem 30. Januar 1933 die Polizeigewalt und behinderte den Wahlkampf der anderen Parteien massiv. Außerdem war eine freie Meinungsäußerung in der Presse seit dem Reichstagsbrand bereits stark eingeschränkt.
Die NSDAP errang auch auf den Fildern massive Gewinne, an der Spitze lag sie in den beiden bäuerlichen Dörfern mit 51 und 53%. Aber auch in Harthausen und Plattenhardt wurde sie zur stärksten Partei. Die Gewinne gingen weitgehend auf Kosten der bürgerlichen Parteien CVD und Bauernbund.
Selbst bei dieser Wahl hielten die Arbeiterparteien in der Summe annähernd ihren Stimmenanteil in Bonlanden, Harthausen und Plattenhardt.